Das Rauschen auf deine Tinnitus-Tonhöhe abstimmen
Tinnitus tritt in sehr unterschiedlichen Tonhöhen auf, und der beste Masking-Klang ist der, der sich mit deiner eigenen überschneidet — nicht der, der allgemein am beliebtesten ist.
Verlass dich hier auf dein eigenes Ohr, nicht auf eine feste Regel:
- Tiefes Brummen oder Dröhnen — probier zuerst Braunes Rauschen; seine tiefe Energie liegt diesem Bereich am nächsten.
- Mittelhohes oder breitbandiges Klingeln — probier Graues oder Weißes Rauschen, die eine breite, gleichmäßige Frequenzspanne abdecken.
- Hohes Klingeln oder Pfeifen — probier Violettes oder Blaues Rauschen, beide heller als Weißes und mit höherer Reichweite.
Warum die passende Tonhöhe wichtiger ist als die Lautstärke
Ein Klang, der in einer anderen Tonhöhe liegt als dein Tinnitus, muss ziemlich laut aufgedreht werden, bevor er nennenswert überdeckt, weil er nicht direkt mit dem Klingeln konkurriert, sondern es nur allgemein zudeckt.
Ein Klang, der sich eng mit deiner Tonhöhe überschneidet, kann schon bei deutlich niedrigerer, angenehmerer Lautstärke wirksam überdecken, weil er genau den Bereich deines Gehörs füllt, den der Tinnitus besetzt. Das ist der Hauptgrund, warum es sich lohnt, mehrere Farben auszuprobieren, statt sich mit der ersten zufriedenzugeben, die überhaupt etwas bewirkt.
Wie du Masking sicher einsetzt
Stell die Lautstärke knapp unter das Niveau deines Tinnitus ein, sodass das Klingeln in den Hintergrund rückt, statt vollständig übertönt zu werden — völlige Stille rund um den Tinnitus ist nicht nötig und bedeutet oft, dass die Lautstärke höher eingestellt wird, als sie sein müsste.
Halte die Lautstärke stets angenehm und nie unangenehm laut, denn laute Geräusche sind selbst ein Risikofaktor, den man vermeiden sollte, wenn man ohnehin schon mit Ohrensymptomen zu tun hat.
Masking zum Einschlafen und in ruhigen Momenten nutzen
Tinnitus fällt oft in einem stillen Raum am meisten auf, besonders nachts, wenn nichts anderes damit konkurriert — deshalb greifen viele Menschen gerade zur Schlafenszeit zu Masking.
Graues oder Weißes Rauschen in niedriger Lautstärke über die Nacht, per Sleep-Timer ausgeblendet oder je nach Vorliebe durchlaufend, kann das Einschlafen erleichtern, ohne dass du dich auf das Klingeln konzentrierst. Derselbe Ansatz funktioniert auch in ruhigen Momenten tagsüber, wenn das Klingeln zum lautesten Geräusch im Raum wird.
Den Player für Tinnitus-Masking einstellen
Starte mit der Farbe aus der Liste oben, die zu deiner Tonhöhe passt, und feintune sie dann mit dem Tone-Regler — heller stellen, wenn dein Klingeln höher liegt als die Grundfarbe, oder wärmer, wenn dein Tinnitus dumpfer klingt, als die Farbe vermuten lässt.
Lass Waves ausgeschaltet für eine gleichbleibende, unveränderliche Maskierung, denn eine steigende und fallende Lautstärke kann das Klingeln in den leiseren Momenten eher auffälliger machen statt weniger auffällig.
Häufige Fehler beim Tinnitus-Masking
Der häufigste Fehler ist, zur beliebtesten Farbe für Schlaf oder Fokus zu greifen, statt zu testen, welche sich tatsächlich mit deiner Tonhöhe überschneidet.
Der zweite ist, die Lautstärke so weit aufzudrehen, dass das Klingeln komplett verschwindet — das ist lauter als nötig und kann selbst zur Belastung werden. Der dritte ist zu erwarten, dass Masking den Tinnitus selbst verringert, statt ihn im Moment einfach erträglicher zu machen.
- Eine beliebte Farbe zu wählen, statt zu testen, welche zur eigenen Tonhöhe passt.
- Die Lautstärke viel höher aufzudrehen als nötig, nur um das Klingeln komplett zu übertönen.
- Zu erwarten, dass Masking die zugrunde liegende Ursache behandelt, statt nur kurzfristige Erleichterung zu bieten.
Wann du zu einer Ärztin, einem Arzt oder einer Hörakustik-Fachperson gehen solltest
Masking ist ein Komfort-Hilfsmittel, keine medizinische Behandlung, und kein Ersatz für eine richtige Untersuchung.
Geh zu einer Ärztin, einem Arzt oder einer Hörakustik-Fachperson, wenn dein Tinnitus neu, plötzlich, einseitig oder sich verschlimmernd auftritt, wenn eine Veränderung des Hörvermögens dazukommt, oder wenn du Ohrenschmerzen, Ausfluss oder ein Druckgefühl im Ohr bemerkst. Anhaltender Tinnitus jeder Art ist auch bei einem regulären Check-up erwähnenswert, selbst wenn Masking dir im Alltag hilft, gut damit zurechtzukommen.